Christian Geissler Gesellschaft

Neues, Anderes, Nicht-Vergangenes

Jahresgabe 2019 – Wir erklären die Feindschaft

„Wir erklären die Feindschaft“ – das ist der Arbeitstitel des ersten Romanprojekts, das Christian Geissler nach „kamalatta“ (1988) und der Zeitenwende 1989 projektiert hat. Der Romananfang stammt aus dem Jahr 1990 und wurde im Neuen Deutschland 1992 als „Sonntagsgeschichte“ gedruckt. Die Linke hatte eine historische Niederlage hinnehmen müssen, auch wenn der „reale Sozialismus“ nicht unbeding den Zielvorstellungen entsprochen hat. Wie verarbeitet man das? „Wir erklären die Feindschaft“ kann trotzig klingen. Wem denn? Denen, die sich als Sieger der Geschichte inszenieren? Es kann auch erläuternd gemeint sein. Warum lehnen wir dieses System der „Sieger“ ab? „wir werden verrückt. alles tüchtig blutig“ heißt es da. 11 Schlaglichter auf Situationen, Zustände, Bewegungen – von Ostfriesland bis Guatemala:

„schon längst erbrechen die kinder im gatter das wasser der kleinen flüsse am rande der weiden, husten, scheißen sich dünn, zerren die eiteraugen. es sterben die kleineren leicht. unter schmerzen.“

Warum denn? Glyphosat schon damals. Eingesetzt von den USA im Kampf gegen die Drogen.Jede Schweinerei hat ihre Geschichte.

unter den hubschrauberschattenketten der US­-Antidrogen-Behörde die entlaubung der drogenfelder. wir sind das laub. drogen und terrorismus. das sagt gorbatschow auch. das sprühgift heißt 2,4-D-Glifosfato, handelsname Round-up, ein Monsanto-Produkt, schreibt ruhig am elften juli achtundachtzig die FAZ, es wird auch vertrieben von BASF. schreibt krebserregend. schreibt mutagen. die kontrollfahrzeuge der anti-guerilla-kommandos kommen aus münchen. immer noch weht durch den abend der nebel die schneise das tote dorf die kleine hand auf der kleinen schulter des freundes. was ist eine hand. was ist eine schulter. was ist ein freund. von wem. für wen. wie fern ist guatemala. wie nah sind BASF und BENZ.

Das Heft im Format 13,5 x 20 cm hat 32 Seiten. Sabine Peters hat eine Einleitung geschrieben, in der sie Quellen aus dem Nachlass aufarbeitet, ein Anhang dokumentiert Textvarianten.

Wer Interesse hat, kann die Jahresgabe bestellen. Gegen eine freiwillige Spende! Mail mit Anschrift an info@christian-geissler.net, Kohle auf Konto IBAN DE15 5206 0410 0006 4449 97.

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