Christian Geissler Gesellschaft

Neues, Anderes, Nicht-Vergangenes

„Hamburg ist meine Stadt“

Veranstaltungsreihe zu Christian Geisslers 90. Geburtstag

Hamburg, November 2018

 

Vor dreißig Jahren erschien Christian Geisslers Roman «kamalatta. romantisches fragment» im Rotbuch Verlag, vor dreißig Jahren erhielt er für diesen Roman den erstmals vergebenen Irmgard-Heilmann-Literaturpreis. «Hamburg ist meine Stadt. Das kann man nachlesen» – so formulierte Geissler in seiner Dankesrede. Geissler, 1928 in Hamburg geboren, bezog sich damit auf seine Familiengeschichte, seine Arbeitsgeschichte, seine rund 30 Filme für den NDR, zum großen Teil Dokumentarfilme zu Hamburger Themen.

«Hamburg ist meine Stadt auch aus der Klassengeschichte, aus der Geschichte der Kämpfe in dieser Stadt», so fährt er fort. In «Wird Zeit, dass wir leben» erzählt von den Auseinandersetzungen in Hamburg vom Ende der 1920er Jahre bis Weihnachten 1933. In «Das Brot mit der Feile» geht es um den politischen Aufbruch in den 1960er Jahren – wichtige Ereignisse sind beispielsweise die Sturmflut 1962, der Schah-Besuch 1967 oder die Notstandsübungen der Bundeswehr.“kamalatta“ schließlich erzählt von den wilden 1970er Jahren:
Die linke Szene differenziert sich aus: Eine bewaffnete Gruppe bereitet den Anschlag auf ein US-Hauptquartier in Bad Tölz vor. Der NDR-Mann Proff sympathisiert und zerstört dabei sein Familienleben. Werftarbeiter Tapp und seine Kollegen sabotieren Waffengeschäfte. Nina fährt mit Sponties und Arbeitslosen in die DDR; militante Gefangene kämpfen im Knast ums Leben. Tod oder Leben, diese Frage zerreißt auch Ahlers, dessen Kind krank ist. Überall geht es ums Ganze: um die Liebe zum Leben, Verrat, Zerstörung, Befreiung.

In den 1960er Jahren war Geissler ein Star. Sein Debüt «Anfrage» wurde in 9 Sprachen übersetzt, als politischer Redner – auf Ostermärschen, zum Antikriegstag, gegen die Notstandsgesetze – war er begehrt. «kamalatta» war sein letzter großer literarischer Erfolg, danach geriet er immer stärker in die Isolation. Er starb 2008 in Hamburg.

 

Das Programm (vorläufig, Änderungen vorbehalten)

Dienstag 13. November 2018, 18.00 – 21.00 Uhr
«Gefährdet». Das Karolinenviertel vor der Gentrifizierung.
Christian Geisslers Doku-Film Hamburg 6 – Karolinenviertel
3001 Kino, Schanzenstraße 75 (im Hof) 20357 Hamburg

Donnerstag, 15. November, 2018, 20.00 Uhr
Christian Geissler und Pier Paolo Pasolini –
zwei Brüder im Geiste?

Teorema e.V, Gaußstraße 60, 22765 Hamburg

Dienstag, 20. November 2018, 17.00 -21.00 Uhr
«Ausgrenzung oder Selbstisolation» – Linke SchriftstellerInnen und Widerstand Anfang der 1970er Jahre
3001 Kino, Schanzenstraße 75 (im Hof) 20357 Hamburg

Dienstag, 27. November 2018, 19.30 Uhr
«kamalatta. romantisches fragment» Lesung mit Robert Stadlober
Literaturhaus Hamburg, Schwanenwik 38, 22097 Hamburg

 

Die Veranstaltungsreihe wird gefördert von der Arbeitsgemeinschaft literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg.

 

 

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