Christian Geissler Gesellschaft

Neues, Anderes, Nicht-Vergangenes

16. – 18. Juni: Geissler-Retrospektive im Hamburger Metropolis

Drei Kino-Abende im Metropolis

Christian Geisslers Filme sind ein Stück lebendiges Hamburg. Sie zeigen Menschen und Orte der 1960er und 1970er Jahre, dokumentieren die Verhältnisse in einer Straße oder einem Viertel. Sie sind ein Stück NDR-Fernsehgeschichte, wo Geissler seine Fernsehspiele mit Egon Monk realisierte und als Dokumentarfilmer seinen Platz neben Klaus Wildenhahn hatte. Bekannt wurde Geissler (1928 – 2008) durch seine Romane «Anfrage» (1960), «Das Brot mit der Feile» (1973) oder «kamalatta (1988). In der neuen Geissler-Werkausgabe (Verbrecher-Verlag) ist soeben der Band «Schlachtvieh. Kalte Zeiten» erschienen – Gelegenheit, eine bislang kaum bekannte Seite des Schriftstellers zu entdecken, die des Film- und Fernsehautors.

Erkundung der Wirklichkeit
Michael Töteberg hat für die Neuausgabe von «Schlachtvieh. Kalte Zeiten» ein ausführliches Nachwort über den Fernsehautor Geissler verfasst. Er stellt seine Recherchen und zwei Dokumentarfilme vor:
«Hamburg 6. Karolinenviertel» (1971)
Bei seinen Recherchen zu «Ein Jahr Knast» fiel Geissler auf: Besonders viele straffällige Jugendliche kommen aus sog. Problem-Vierteln. Mit der Kamera hat er sich daraufhin im Karolinenviertel umgesehen.
«Himmelstraße» (1975)
«Nicht allzu viel Himmel in Sicht. Eine Straße mit Wohnungen, Läden, Kneipen und Handwerk, Arbeit und Gemütlichkeit, kein Elend, kein Luxus» – so Geissler zu Beginn des Films. «Leben war Arbeit und Krieg», resümiert einer seiner Protagonisten, «denkt man gar nicht drüber nach, jetzt weiß ich, das war Irrsinn.»
16. Juni 2015, 19.00 Uhr

Zwei Fernsehspiele

Schlachtvieh (1963)
Buch: Christian Geissler, Regie: Egon Monk
Menschen in einem Fernzug. Bedrohliche Anzeichen für einen neuen Krieg. Sie wollen dennoch nicht wissen, wohin die Reise geht. Mit einer Einführung von Detlef Grumbach
17. Juni 2015, 17.00 Uhr

Wilhelmsburger Freitag (1964)
Buch: Christian Geissler, Regie: Egon Monk
Ein junges Arbeiterpaar träumt von Konsum und Wirtschaftswunder und verkauft dabei sein Glück. Aus dem Stoff entstand später die Erzählung «Kalte Zeiten». Mit einer Einführung von Michael Töteberg
18. Juni 2015, 19.15 Uhr

Alles im Metropolis Kino, Kleine Theaterstraße 10, 20 354 Hamburg, Tel: 040 – 34 23 53

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