Christian Geissler Gesellschaft

Neues, Anderes, Nicht-Vergangenes

«Gefährdet». Das Karolinenviertel vor der Gentrifizierung.

Christian Geisslers Doku-Film Hamburg 6 – Karolinenviertel (NDR 1971)






«So ist das Karolinenviertel nicht», zitierte das Abendblatt im November 1971 aufgeregte Fernsehzuschauer: «Wir sind hier keine Säufer und Verbrecher.» Dabei war Christian Geissler nur neugierig, warum so viele gefährdete Jugendliche im Karolinenviertel leben. Er begleitete einen jugendlichen Straftäter aus der Haftentlassung zurück in seinen Stadtteil. Die Jugendlichen hier haben genug von einem Staat, der das Viertel abgeschrieben hat, Erwachsenen, die nur nörgeln, ihre Zeit in einer der 29 Kneipen verbringen oder sie aufs Jenseits vertrösten. Den Kindern wird der Spielplatz abgeschlossen, eine Hausbesitzerin würde am liebsten in die Schweiz auswandern, …

Der Doku-Film aus dem Jahr 1971 zeigt das damalige Messeerweiterungsgebiet mit seinen «cityuntypischen Bewohnern» – so der Jargon der Stadtplaner: Ausgehend vom Film (45‘) diskutieren wir über die Geschichte eines abgehängten Stadtteils mit seinen Parallelgesellschaften, die Versuche, ihn fürs Wohnen zurückzugewinnen und die Gefahr der Gentrifizierung.

Mit Hans-Joachim Roesner (Geschäftsführer der steg), Gunhild Ohl-Hinz (St. Pauli-Archiv), Joachim Reinig (Stadtteilaktivist, heute Architekt), Christoph Twickel (Journalist). Moderation: Detlef Grumbach

3001 Kino, Dienstag, 13. November 2018, 18.00 – 21.00 Uhr

Schanzenstraße 75 (im Hof) 20357 Hamburg

Veranstalter: Christian-Geissler-Gesellschaft, St. Pauli-Archiv, Schanze e.G.

Eintritt / Spende: 9 € / 6 €

 

 

 

 

 

 

Die Veranstaltungsreihe wird gefördert von der Arbeitsgemeinschaft literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg.

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