Christian Geissler Gesellschaft

Neues, Anderes, Nicht-Vergangenes

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Der Radikale – Sammelband über Christian Geissler

Als die Christian-Geissler-Gesellschaft zusammen mit dem Literaturforum im Brecht-Haus 2016 eine Tagung zum Werk des “Radikalen” organisiert hat, hat sie gleichsam Neuland beschritten. Eine einzige Monografie existierte zum Werk des Autors: Sven Kramers Dissertation aus dem Jahr 1996. 1998, zum 70sten Geburtstag Geisslers, erschien eine Ausgabe der “Horen” mit Beiträgen, ansonsten gab es nur ziemlich vereinzelte Auseinandersetzungen mit seinem Schaffen. Nun also, fast 20 Jahre nach den “Horen”, fast 10 Jahre nach Geisslers Tos, eine Tagung, ein Neuanfang, sich einem vielschichtigen, von zahlreichen Grenzüberschreitungen geprägten Lebenswerk zu nähern.

In der Schriftenreihe des Literaturforums im Programm des Verbrecher-Verlags liegt jetzt die Dokumantation dieser Tagung vor!

Titelinformation und bestellen beim Verbrecher Verlag
Einleitung des Bands

Christian Geissler (1928–2008) hat mit seinem Roman »Anfrage« (1960) als ein »junger Wilder« die Bühne der Literatur betreten und nach der Schuld der Väter sowie ihrer Rolle in der Nachkriegsgesellschaft gefragt. In den 1960er Jahren prägte er das NDR-Fernsehspiel, später drehte er über 20 Dokumentarfilme. Er schrieb Romane, Hörspiele und Gedichte, trat als politischer Redner auf und wurde auch in der DDR verlegt. Geisslers Themen waren gesellschaftliche Gewaltverhältnisse: konkret, auf der Ebene alltäglicher Erfahrung. Anders als Peter Weiss hat er seine »Ästhetik des Widerstands« bis an die unmittelbare Gegenwart herangeschrieben. Mit »Das Brot mit der Feile« (1973) und »kamalatta« (1988) wurde er zum Chronisten des Widerstands in der Bundesrepublik. In Zeiten, in denen das Thema der politischen Gewalt wieder bedrückend aktuell wird, werden seine Werke neu aufgelegt. In ihrer Suche nach politischer Emanzipation stören sie auch heute noch auf. Dieser Band dokumentiert eine Tagung zu seinem Werk im Oktober 2016.

Inhalt

Detlef Grumbach: Einleitung

Sabine Peters: Radikalität bei Christian Geissler:
Literatur als politische und ästhetische Grenzüberschreitung.

Helmut Peitsch: Was bedeutete Vergangenheitsbewältigung in den frühen 1960er Jahren?
Christian Geissler und die „Werkhefte katholischer Laien“.

Peter Ellenbruch: Die äußere Wirklichkeit des bundesdeutschen Alltags – filmwissenschaftliche Anmerkungen zu „Wilhelmsburger Freitag“ von Christian Geissler und Egon Monk.

Britta Caspers: Literatur als gesellschaftsanalytische Erkenntnisform.
Christian Geisslers Erzählung „Kalte Zeiten“ im Kontext zeitgenössischer gesellschaftskritischer Theorien.

Ingo Meyer: Das revolutionäre Subjekt in der Kitschfalle?
Anmerkungen zu Milieu, Figur und Handlung bei Christian Geissler.

Sven Kramer: Kampf, Konspiration, Kunst. Eine Konstellation in Christian Geisslers später Prosa.

Didi Danquart: „Der Tonfilm hat die Stille erfunden“. Christian Geisslers Text zum Film „Der Pannwitzblick“.

Jan Decker: Ein Kosmos oppositionellen Sprechens, hörbar gemacht. Christian Geisslers Hörspiele „Taxi Trancoso“ (1993) und „Walkman weiß Arschloch Eins A“ (1994).

Ulrich Lampen: Nachgehen. Christian Geisslers Hörspielmanuskripte anhand von „wanderwörter“ und „ohren aufbohren“.

Helmut Böttiger, Didi Danquart, Dietmar Dath: Christian Geissler: Ästhetik – Politik – Widerstand. Diskussion (Moderation: Detlef Grumbach) & Lesung (Robert Stadlober)

Christian Geissler – Bibliografie.

Über die Autorinnen und Autoren

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